Singschule

2. Dezember

Das zweite Türchen stammt von der Jungpfadfinderin Elisabeth vom Stamm „Eisvogel“.

Tagesgebet: Lieber Gott wir danken Dir für die Adventszeit. Wir danken für Kerzen, Räuchermännchen und Lebkuchen. Amen

Wochenchoral: EG 1 „Macht hoch die Tür, die Tor´macht weit“ Strophe 5:
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

Am zweiten Dezember dreht sich alles um den Christstollen. Da das Gebäck bis zum Anschnitt 4 Wochen ruhen soll, müssen wir uns nun beeilen.

In dem alten Backbuch meiner Großmutter ist alles genauestens vermerkt. Als Tochter eines Greizer Bäckermeisters unterlag sie strengen Geschmackskontrollen. In jedem Jahr wurden zusätzliche Einträge zur Geschmacksoptimierung beigefügt. Auch das Gesamtgewicht des gebackenen Teiges hielt sie jährlich fest.

1972: 22,5 Pfund Teig
1977: 28,5 Pfund Teig
1988: 24 Pfund Teig

Das Abbacken der Stollen in ortsansässigen Backstuben nach Familienrezept ist im Erzgebirge auch heute noch üblich. Da der Bäcker die Stollen mehrerer Familien gleichzeitig backt, werden die Stollen nach dem Teigformen markiert, damit Verwechselungen ausgeschlossen sind. Die Schildchen werden mitgebacken und erst zu Hause entfernt.

Die „Kuhngzahgn“ (erzgeb. für Kuchenzeichen) meiner Schwiegermutter

Wir bleiben heute am heimischen Herd mit folgendem Rezept für 2 Stollen:

4 Pfund gesiebtes Mehl
½ Pfund frische Hefe
etwa ½ l lauwarme Milch
ca. 12 g Salz

Rumtopf: über Nacht einweichen
0,35 l Rum
400 g Zucker
4 Vanillezucker
reichliches Pfund Rosinen
1 Pfund süße Mandeln
7,5 g Bittermandel
400 g Zitronat/Orangeat
1 Zitrone abreiben
700 g gute Fettigkeiten (Butterschmalz, mind. 200gr Schmeer = Schweineschmalz)

Mehl in eine sehr große Schüssel geben. Milch lauwarm erhitzen und die Hefe darin auflösen. 700g Fett schmelzen und etwas abkühlen lassen. Erst das geschmolzene Fett zum Mehl geben und unterrühren, dann die Hefemilch unterrühren, mit Salz würzen und. Den Hefeteig mindestens 60 Minuten an einem warmen Ort gut gehen lassen. (Man kann den Teig mit Zucker bestreuen, um den Gärvorgang zu beschleunigen).

Den gut durchgezogenen Rumtopf ohne tropfende Flüssigkeit zum Hefeteig geben und gut durchkneten. Wiederum an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig vor dem Backen nochmals durchkneten und halbieren. Jede Teighälfte zu einem Stollen formen. Dabei 1/3 einschlagen, damit die berühmte Falte entsteht. Auf ein gut gefettetes Backblech setzen und nochmals gut gehen lassen (ca. 3/4 Stunde). Vor dem Backen mit Milch glattstreichen.

Backofen auf 250°C vorheizen, zum Backen dann auf 180°C zurückschalten. Das Backblech auf die mittlere Schiene setzen. Die Backzeit beträgt ca. 1 1/4 – 1 1/2 Stunden (Stäbchenprobe machen). Ggf. am Ende der Backzeit mit Alufolie abdecken.

Den noch lauwarmen Stollen mit zerlassenem Butterschmalz versiegeln und im kalten Zustand luftdicht für 4 Wochen lagern. Hier eignen sich große Papiertüten und darüber eine verschließbare Gefriertüte. Vor dem Verzehr abwechselnd mit zerlassener Butter beträufeln und mit Puderzucker bestreuen. Die ersten Zuckerschichten können auch mit Kristallzucker sein.

Gutes Gelingen und einen wunderbaren Genuss wünscht Ihnen Maria Leistner

Im westerzgebirgischen Schönheide singt man dazu folgendes Lied der Kantorin und Mundartdichterin Martina Gutzeit :

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